Letzte Woche bin ich aus meinem Urlaub zurück gekommen. Ich war in Afrika. Genauer: im nördlichen Teil des südlichen Afrika. Noch genauer: Ich war dort, wo gleich vier Länder des südlichen Afrika aneinander grenzen: Botswana, Namibia, Sambia und Zimbabwe. Eigentlich treffen die genannten Länder an ihren jeweiligen Rückseiten zusammen, die Hauptstädte sind allesamt mehr als 1000 km entfernt. Nicht nur die Grenzen, sondern auch die Flüsse Chobe und Sambesi treffen hier zusammen, so dass eine gigantische Wasserlandschaft mit einem unglaublichen Tier- und Pflanzenreichtum entstanden ist. Deswegen wollte ich ja unbedingt dahin.
Dass ich an dieser Ecke der Welt ein wenig abseits sein würde, war mir klar. Als ich jedoch nach zwei Tagen das Bedürfnis verspürte, mal eben auf der Voicebox nachzuhören, ob nicht doch vielleicht… Nichts! Nein, nicht: Keine Nachricht, sondern kein GSM Signal. OK. Namibia tut sehr viel in Sachen GSM, alle wichtigen Straßen Strecken sind versorgt, aber hier gab es gar keine Straßen. Sambia ist vielleicht noch nicht soweit und Zimbabwe ist pleite. An jeder Ecke bieten Jugendliche Trillionen Zimbabwe Dollar Scheine als Souvenir an. Kaufen kann man nix dafür. Aber in Botswana sah man jede Menge Sendemasten. Jeder dritte Jugendliche hatte zwar keine Schuhe an Füßen aber ein Handy in der Hand. Bloß hatte irgendwer in Deutschland verschlafen, mit Botswana ein Roaming-Abkommen zu treffen. Oder die wollten einfach nicht: Access denied!
Naja, ein paar Tage ohne Voicebox, das kann ja nicht so schlimm sein. War es aber. Was ist nun, wenn… Und ohne Internet! Tagsüber vermisst man es wirklich nicht, die reale Welt ist so prall… Aber der Tag geht schnell vorbei. Es wird sehr früh, sehr schnell, sehr dunkel. Und wenn der Generator ausfällt noch dunkler. Jetzt wäre die Zeit, mal nachzuschauen, ob… Nein, nix da. Kein Internet! Bei der Planung dachte ich noch: Klasse, Wochen ohne Internet. Aber wenn es dann wirklich nicht da ist, fehlt einem was, ohne dass man wüsste was eigentlich.
Wieder zu Hause habe ich sofort vor dem Auspacken der Koffer den Rechner angeworfen: Bayern immer noch hinter Hamburg, Bayer, Schalke und Co., Opel immer noch nicht verkauft, immer noch kein Bundestagswahlkampf und das Konto immer noch in den Miesen. Ich hatte wirklich gar nichts versäumt.
Gleichwohl: die Online-Welt ist so sehr Bestandteil der realen Welt geworden, dass man (obwohl man es geahnt hat), nicht ohne die Online-Gewissheit auskommen kann, dass es keine neuen Nachrichten gibt.







Di, Sep 15, 2009
Communication, Et Cetera