Ein Hauch der Kaiserzeit weht aus der Südsee zu uns herüber. Lange Zeit und viele Kilometer weit weg, aber doch irgendwie vertraut. Samoa führt den Linksverkehr ein — so hat es der Präsident beschlossen.
Lassen wir die Phantasie spielen: Ein paar Berater, Freunde und Amigos tragen ihre Idee dem Herrscher vor, immer wieder und immer dringlicher, bis dieser nicht mehr anders kann als zu glauben, jeder einzelne seiner Untertanen wolle es so.
Die Idee basiert natürlich auf dem reinen Ideal der Weltverbesserung, flankiert von an den Haaren herbeigezogenen Argumenten. Keinesfalls haben die Eigeninteressen der Ministerialen etwas damit zu tun, auch wenn — leider, möchte man betonen — diese genau — natürlich ohne Absicht — mit dem Ratschlag deckungsgleich übereinstimmen.
Der Regent regiert und erntet, den Jubel der Massen erwartend — Prügel.
Tausende Kilometer entfernt. Aber doch … die Einführung des achtjährigen Gymnasiums in Bayern, die Beendigung jahrhundertealter Universitätstraditionen durch Bachelori- und Masterisierung, selbst die Zwangsbeglückung durch weltverbessernde Rechtschreibreformen, Rauch- und Glühlampenverbote erscheinen in diesem Zusammenhang vertraut — auch hier: Von geheimnisvollen Gremien, die Politiker beratend, faktisch beschlossen, und der Jubel blieb völlig überraschend aus.
„Was seine Majestät der Kaiser zum Wohle des Volkes beschließt, dabei wollen wir ihm jubelnd behilflich sein.“ Oder eben auch nicht.







Mo, Sep 21, 2009
Et Cetera