discuss & discover 2009

Di, Okt 27, 2009

IT & More

Eine Woche danach. Wie war sie nun die Nachfolgerin der SYSTEMS? 6.000 Besucher waren da. (SYSTEMS 2008: 38.000) „Der Grundstein für 2010 ist gelegt“ sagt die Presseerklärung. Viel mehr sagt sie nicht.

Ich war dabei. Ich habe mit vielen geredet. Ich habe einen Eindruck mitgenommen. Das Problem dieser discuss & discover in meiner Wahrnehmung ist, dass viele vieles Gute über manches Einzelne sagen, aber niemand etwas Gutes über das Ganze.

Die discuss & discover war der Versuch dem langsamen Dahinsiechen des traditionellen Messeformats etwas Neues entgegen zu setzen. Dieser Versuch war mutig und er war fällig. Dieses Neue bestand aus der Kombination von Messe, Corporate Event und Conference. Der Conference-Teil war von hoher Qualität mit guten Sprechern. Mit den Corporate Events, hier insbesondere Microsoft – so hört man – waren die Beteiligten ebenfalls zufrieden. Über den Messeteil schweigt des Sängers Höflichkeit. Die „Messe“ war in Halle B-Null. Eine Nullnummer auf der B-Seite.

Die Executive Night wiederum war übervoll, die Messe München und der Bitkom waren von der großen Zahl der Anmeldungen völlig überrascht. Das Catering auch.

Alle drei Teile der discuss & discover sind nicht wirklich neue Formate. Nicht nur das. Alle drei Teile stehen unverbunden nebeneinander. Und was sie vielleicht hätte verbinden können, der vierte, der Online-Teil, der wiederum wurde sehr stiefmütterlich behandelt. Es reicht einfach nicht, wenn man webcific und Barcamp vorweg schiebt. Ein kurzer Blick in das d&d Blog oder auf #dnd09 genügt und man sieht: das zarte dnd09-Social-Media-Pflänzchen führt im dunklen Schatten der traditionellen Formate ein kümmerliches Dasein, ohne Sonnenschein und Zuspruch.

Dumm ist nur: Die Social Media Welt kommt ohne die discuss & dicover aus, nicht aber umgekehrt. München als nach wie vor führender IT Standort, hat ein innovatives Messe Format verdient. Da täte der Messe München mehr Mut gut.

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- schrieb 55 Beiträge im Cirquent Blog.

Thomas Siegner ist zuständig für Markenführung und Kommunikation bei Cirquent. Der studierte Psychologe und Soziologe verantwortet die Kommunikationsstrategie des Beratungsunternehmens. Das Branding von Dienstleistern zählt ebenso zu Siegners thematischen Steckenpferden wie Innovationen im Marketing.

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3 Responses to “discuss & discover 2009”

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    schaeferblick Says:

    Nachdem die Messe so erheblich verkleinert wurde (keiner reist für B0 extra nach MUC), lag das (für die Veranstalter lukrative) Zugpferd doch eindeutig bei der Konferenz. Diese bot zwar wie berichtet gute Sprecher, war jedoch meines Erachtens für den Einzelnen zu wenig attraktiv. Zwar kann ich nur von den Keynotes am Dienstag auf die anderen schließen, doch blieben die erwartungsgemäß sehr allgemein ohne wirklich konkret Umsetzbares aufzuzeigen. Die Worksessions hingegen waren meines Erachtens viel zu gedrängt. 80 min für 4 Vorträge lassen weder Zeit ins Detail zu gehen noch für eine tiefere Diskussion.
    Ich kann mir gut vorstellen, dass in Zeiten wie diesen das Geld eher in Veranstaltungen mit klarem Fokus investiert wird, in der sich dann die Szene trifft. Für die angebotene thematische Breite ist die dnd einfach zu klein und es bleibt die Frage, ob wir in Deutschland neben der Cebit ein zweites solches allgemeines IT-Event brauchen. Dass die Executive Night übervoll war wundert nicht, Gelegenheiten zum Networken und Feiern nach der Arbeit finden natürlich immer Zuspruch :) .

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    Michael Kausch Says:

    Ich kann den Eindruck Herrn Siegners ganz gut nachvollziehen, auch wenn ich seine Einschätzungen nicht in allen Punkten teile:

    Ja – an der Verzahnung der sechs Module (Konferenz, Ausstellung, Firmenveranstaltungen, Public Forum, Online und Social Events) kann und muss man noch optimieren. Dass sie gänzlich unverzahnt waren, stimmt meines Erachtens aber nicht: ein wichtiger erster Schritt war zum Beispiel das Angebot den (teueren) Kongress auch halbtageweise zu buchen. Für gewöhnlich muss man ja Konferenzen komplett bezahlen und hat dann wenig Muße und Zeit für andere Elemente eines Events. Man denke nur an die klassischen “Konferenzmessen”, bei der die Stände häufig nur eine Alibifunktion für gekaufte Redebeiträge sind. Auch die Verzahnung von Konferenz und kostenlosem (und meistens übervollem) Public Forum hat meines Erachtens sehr gut funktioniert. Hier hat das Public Forum enorm von der hohen Qualität der Konferenz profitiert.

    Ja – am Online-Bereich gibt es noch großes Optimierungspotential. Aber das ist auch für eine klassische Messegesellschaft die größte Herausforderung. Und die Messe München ist hier definitiv mutiger, als alle ihre Mitbewerber.

    Ja – München hat ein innovatives Messe-Format verdient. Aber leider sind bei weitem noch nicht alle IT-Unternehmen in Sachen Web 2.0 so weit wie Cirquent. Die Münchner Messe ist mit dem Konzept der discuss & discover der Branche dieses Mal nicht “nachgeeilt”, sondern in mancherlei Hinsicht ihr ein wenig vorangegangen. Und deshalb wird sich nicht nur das Konzuept der dnd weiterentwickeln, sondern es wird auch die Akzeptanz der dnd innerhalb der Branche Schritt für Schritt zunehmen. 6.000 Besucher sind für eine Premiere diesen Zuschnitts gar nicht so schlecht. Aber dass zu international renommierten Referenten wie Don Tapscott, Soumitra Dutta und Jesse James Garrett zum Teil nur 200 bis 300 Zuhörer kommen zeigt, dass unsere Branchen-Macher in Deutschland für Zukunftsthemen leider weniger offen sind, als in den USA. Das ist schade und stimmt einen für die Zukunft wenig hoffnungsvoll.

    Messe-Stände zu verkaufen ist sicherlich einfacher, als ein neues Format zu entwickeln und durchzusetzen. Ich wünsche mir, dass unsere Branche – und gerade auch die in München ansässigen Unternehmen – diesen Prozess kritisch und unterstützend begleiten. Die dnd 2010 wird nur so gut sein, wie die Branche diesen Event unterstützt, treibt und formt.

    Michael Kausch
    (der mit der Agentur vibrio ebenso parteiisch wie kritisch für die Messe München beratend tätig ist)

  3. avatar
    dolce Says:

    Über den Messeteil schweigt des Sängers Höflichkeit. Die „Messe“ war in Halle B-Null. Eine Nullnummer auf der B-Seite.

    ;-) Sehr schön ausgedrückt. Ich fands furchtbar!


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