Vorfahrt für’s Elektroauto – das österreichische Projekt BALLADE arbeitet dran

Mo, Nov 23, 2009

Consulting, IT & More

Vorfahrt für’s Elektroauto – das österreichische Projekt BALLADE arbeitet dran

Nun scheint es also endlich soweit: nach unzähligen Prototypen und Vorankündigungen sagen zahlreiche Studien eine massive Zunahme der Elektrofahrzeuge in den kommenden Jahren voraus. Diese Fahrzeuge verfügen allerdings zurzeit meist über Batterien mit einer Kapazität von rund 15 bis 20 kWh. Damit können sie bei einer „Tankdauer“ von ca. acht Stunden nur eine Fahrtstrecke von 100 bis 150 km zurücklegen. Zudem existiert im Augenblick keine flächendeckende Infrastruktur, um das E-Mobil auch außerhalb der „eigenen vier Wände“ aufladen zu können. Andererseits steht der langen Dauer für das Aufladen von Batterien eine durchschnittliche täglich Nutzungsdauer der PKW- und Klein-LKWs in Europa und USA von gerade einmal 45 km bzw. ca. zwei Stunden gegenüber; 95 Prozent aller Fahrten sind kürzer als 100 km und damit innerhalb der Reichweite einer Batterieladung. Es bleiben täglich 22 Stunden, die für die Aufladung genutzt werden könnten. Damit besteht die theoretische Möglichkeit einer täglichen drei- bis vierfachen Komplettladung.

An der Lösung dieser Problemstellungen arbeitet das Projektkonsortium BALLADE, das aus den Partnern Cirquent, EOX, Everynear, Fachhochschule Joanneum und Paybox besteht: Um die für das Laden verfügbare Zeit optimal zu nutzen, entwickelt BALLADE eine Infrastruktur, die es ermöglicht, jedes einzelne Elektrofahrzeug direkt am Zielort jeder Fahrt (Arbeit, Wohnung, Freizeit, Einkauf) gleichzeitig und ohne zeitliches Limit an ein Versorgungsnetz anzuschließen. Dadurch verliert die lange Ladedauer für eine Vollladung für 95 Prozent aller Fahrten an Relevanz für den Fahrer (für alle anderen Fahrten wird wohl der serielle Hybridantrieb die Lösung sein, bei dem im Bedarfsfall ein kleiner optimierter Motor mit fossilem Treibstoff direkt die Ladung der Batterie übernimmt).

BALLADE entwickelt experimentell eine neuartige und kostengünstige Stromladestation. Das Gesamtprojekt umfasst neben der hardwaremäßigen Umsetzung der Ladestelle auch eine Kommunikations-, Steuerungs-, Administrations- und Abrechnungssoftware. Eine besondere, am Markt derzeit nicht verfügbare Eigenschaft der Ladestelle ist die Plug & Load Vorrichtung. Damit kann sich der Fahrzeugbenutzer einfach durch das Einstecken seines Fahrzeugsteckers autorisieren. Dazu kommen spezielle Sicherheitsvorrichtungen zum Schutz des Fahrers, aber auch von Passanten (etwa spielende Kinder), die auch bei besonderen Witterungsbedingen (Schnee, Regen und Wind) zuverlässig und proaktiv schützen – über das normale Maß hinaus.

Weitere besondere Sicherheits- und Komforteinrichtungen: Das Abschalten der Stromzufuhr bei mechanischer Beschädigung, ein Diebstahlwarnmelder, der das gewaltsame Entfernen der Ladestelle oder das Abstecken des Fahrzeugs meldet, sowie Licht- und Akustikelemente. Trotz dieser wesentlichen Alleinstellungsmerkmale lässt sich mit dem Konzept von BALLADE eine günstige Kostenstruktur der Elektroladestelle sowie der gesamten Infrastruktur erreichen. Und zwar durch gezielten Verzicht auf vandalismusgefährdete Elemente (Displays, Tastaturen, Kartenleser), die Nutzung bestehender Infrastrukturen (230V, 16 A) und eine spezielle Ausgestaltung der Gehäusebauweise.

Mit diesem von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft finanziell unterstützten Projekt sollte es endlich möglich sein, das Elektrofahrzeug und somit auch unser aller Umweltbewusstsein fit für das 21. Jahrhundert zu machen.

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  1. [...] Europa sind wir ebenfalls aktiv, zum Beispiel in Österreich im Projekt Ballade. Ballade heißt neuerdings JuPlu, gesprochen „dschapla“ – von „just plug“. In diesem [...]

  2. [...] die Notwendigkeit des Umdenkens im Automobilwesen verdeutlicht. Es wurde unter anderem das Projekt BALLADE vorgestellt, in dem Cirquent gemeinsam mit den Unternehmen Paybox, EOX, Everynear und der FH [...]

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