Hilfe, ich sehe nur noch Fehler! Ich schlage die Zeitung auf – da ist ein „e“ zu viel in der Überschrift. Ich gehe auf die neue Website eines meiner Kunden – da gibt es dasselbe Wort in drei Varianten: einmal mit Bindestrich, einmal ohne und mit Leerzeichen und einmal zusammen. Ich kriege eine Einladung zur Weihnachtsfeier und sehe als Erstes, dass da ein Komma fehlt und „genießen“ fälschlicherweise mit Doppel-S geschrieben wurde.
Es ist schlimm, weil ich diese Korrekturbrille nicht abnehmen kann. Es ist nicht möglich, den Fehlerentdeckknopf in meinem Hirn zu deaktivieren.
Bisher dachte ich, das ist nicht schlimm, denn meinen Kunden hilft es ja, wenn ich für sie Fehler entdecke.
Doch dem ist nicht so, wie ich eben erfahren musste. Denn als ich gerade meinen Kunden auf einen Fehler auf seiner Website aufmerksam mache, sagt der zu mir: „Ach, Frau Schieche, wir sind doch alle nicht perfekt. Wem fällt das schon auf außer Ihnen?“
Wie bitte?! Geht es wirklich nur mir so?! Bitte sagen Sie doch jetzt auch mal was!
Ansonsten werde ich woll an mir arbeiten müßen …







1. Februar 2010 at 16:05
Ein hervorragender Artikel – ich habe eine Freundin, die stets zusammenzuckt, wenn man in der grammatik- und rechtschreibfreien Zone des Chats (z.B.) einen Tippfehler macht (selbstverständlich unabsichtlich) – was in dem Fall ein Augenrollen hervorruft, rechne ich ihr hoch an, wenn sie mal einen Text korrekturlesen soll – also weiter so liebe Frau Schieche
27. November 2009 at 22:13
“Ansonsten werde ich woll an mir arbeiten müßen”
Es gibt noch andere zwanghafte Mitmenschen. Manche finden sogar in den Texten von Frau Schieche noch Schreibfehler – woll, woll
27. November 2009 at 12:33
Ich denke eine “persönliche Korrekturbrille” ist nicht verkehrt…allerdings kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass es auch recht anstrengend sein kann, mehrere “Korrekturbebrillte” um sich herum zu haben.
Man stelle sich folgende Situation vor: Ein Workshop beim Kunden, man selbst versucht die dreisprachig geführte Diskussion in einen, über den Beamer projizierten, Prozess zu packen und bekommt von 5 Seiten Einwände über vermeintlich falsche oder richtige englische Schreibweisen…das kann nach 9 Stunden durchaus an den Nerven zehren.
Deshalb mein abschließendes Statement: Korrekturbrille ja, aber bitte in Maßen
26. November 2009 at 17:44
Manchmal kann das ja lustig sein, aber zum Teil muss man Texte ein zweites Mal lesen, um den Sinn mitzubekommen …. Dass mal mit einem s mal mit 2 und so weiter.
26. November 2009 at 16:41
An sich selbst zu arbeiten ist immer gut! Virtuell steht für mich unter jedem Text: “Rechtschreibfehler dienen der Belustickung. Wer welche findet, darf sie behalten!”. Wenn man sich das verinnerlicht sind viele Fehler zu verzeihen.