Mobile Payments in Deutschland? Ein schwieriges Unterfangen. In Japan z.B. kann man schon lange bargeldlos per Mobiltelefon bezahlen. Deutschland aber hängt hier hinterher. Warum nur? Dass es geht, zeigt doch beispielsweise der Rhein-Main-Verkehrsverbund, der bereits M-Payments anbietet.
Eigentlich ist es ganz einfach: Man richtet bargeldlose Bezahlprozesse ein und führt die Bezahlung mit dem Handy durch. Schnell, einfach, sicher. Doch in Deutschland dümpelt die elektronische Geldbörse einzelner Anbieter dahin. Marktanteil? Ein paar Promille. Selbst per „GeldKarte“, deren Chip immerhin 80 Prozent aller Debitkarten ziert, zahlen deutsche Verbraucher nur in 0,5 Prozent aller Fälle. Dabei ist das Interesse unter den Fachkollegen diverser großer Mobilfunkunternehmen, Banken, IT- und Handelsunternehmen riesig. Und die Technologie (siehe Japan) gibt es ebenfalls. Wo also liegt das Problem?
Aus mehreren Gründen kommt M-Payments hierzulande nicht voran. Erstens zahlt man schon bargeldlos per Bankeinzug und EC/Maestro-Karte: Warum also per Handy? Zweitens erzielen hiesige Anbieter oft nicht die kritische Masse für breite Akzeptanz, da es sich um Insellösungen handelt (z.B. für Bahntickets), die nur für bestimmte Anwendungen genutzt werden können. Drittens sind die Anwendungen meist nicht schnell und einfach sondern vergleichsweise kompliziert zu handhaben. Viertens sind die meisten Handys in Deutschland noch nicht mit einem Chip für das (einfache) kontaktlose Bezahlen mit der NFC-Technologie ausgerüstet.
Offenbar fehlt die Schnittstelle zwischen Mobilfunk- und Finanzwelt, Händlern und Anwendern. Denn nur wenn alle gemeinsam den Mehrwert des Mobile Payments erkennen und sich auf einheitliche Standards und gemeinsame Technologien einigen, kann M-Payments großflächig genutzt werden und somit zu einer echten Alternative zu den gängigen Bezahlverfahren werden. Dabei ist M-Payments viel praktischer als das Hantieren mit großen Geldscheinen. Beispielsweise dank besserer Kostenkontrolle durch integrierte Abrechnungs- und Bonussysteme für das Einkaufen im Supermarkt und an der Tankstelle. Oder durch virtuell im Handy hinterlegte Eintrittskarten, Fahr- oder Parkscheine („M-Ticketing“ bzw. „M-Parking“), die auch unterwegs erworben oder verlängert werden können.
Cirquent verfolgt den Ansatz des “Trusted Service Managers”, um Mobile Payments auch in Deutschland zum Erfolg zu verhelfen. Wie das aussehen könnte, werde ich in meinem nächsten Beitrag erläutern.







One Response to “Bezahlen per Handy? – Teil 1”
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