Vor einigen Wochen auf der Cebit hatte die Deutsche Telekom Plakate mit Bildern von Computerfreaks aus den Achtzigern aufgehängt, dazu der Spruch „Es ist viel passiert“. Daran musste ich denken, als ich kürzlich mit einem Kunden einen Business Case für einen neuen Auftritt im Mobile-Bereich diskutierte. Warum? Es saßen viele rational ausgebildete IT-Menschen um den Tisch und diskutierten einen Business Case, der letztendlich nur auf einem aufbaute: Emotion. Ob es um den Vergleich des iPhones mit dem Blackberry, die Nutzung von Internet im Auto, die App zur Fernsteuerung der Rollläden im Haus geht – all diese Anwendung haben einen hohen Faktor von Emotion in sich. Projekte mit einem rational ableitenden Return on Invest werden seltener, insbesondere wenn es um Differenzierung geht.
Die Menschen in unserer Branche, die meistens eine eher naturwissenschaftliche und mathematische geprägte Ausbildung haben, müssen sich diesem Thema stellen, und die Universitäten, die mit ihrer Ausbildung unsere Zukunft bestimmen, allemal. In den Achtzigern waren es nicht unbedingt die „Coolen“ und „Hippen“, die den Weg in die Informatik genommen haben. Das hat sich geändert. Wenn ich mit meinem Sohn spreche, der im Teenager-Alter ist, ist IT Bestandteil seiner Welt. Man kann sich auch gut einen Job darin vorstellen, allerdings nicht ganz so wie wir glauben. Für meinen Sohn und seine Freunde ist das Berufsbild „Spiele-Entwickler“ hip, und tatsächlich wandert immer mehr technisches Talent in diese Richtung ab. Die Telekom sagt: „Es ist viel passiert”. Aber es muss auch noch viel passieren. In unserer Ausbildung und um unsere Branche für den Nachwuchs attraktiv zu halten.







22. März 2010 at 18:27
Die Kampagne der Telekom erinnert mich an die von Apple in den Neunzigern. Damals hieß das Ganze „Think different“. Gibt auch bei Wiki was dazu: http://de.wikipedia.org/wiki/Think_Different. Hochemotional! Würde heute auch noch funktionieren. Anders sein als Erfolgsgeheimnis. Der IT-Branche mangelt es nicht an coolen und hippen Leuten, sondern vielmehr an Mut. Und das nicht im stillen Kämmerlein, sondern draußen! Die „Wired“ sollte deshalb Pflichtlektüre aller IT´ler sein, denn hier passierts.