Zwangsbeglückung

Fr, Mai 7, 2010

IT & More

Mal angenommen, zum Frühstück gibt es keinen Kaffee, sondern Himbeer-Brause. „Ist jetzt verbessert worden“, steht auf der Kaffee-Verpackung. Man steigt in sein Auto, aber das Steuer ist nun, aus unerfindlichen Gründen und ohne Vorwarnung, rechts. „Ist jetzt verbessert worden“, ist im Display zu lesen, an der Stelle, wo früher der Tachometer war. In der Kantine werden Stäbchen ausgegegeben statt des Bestecks. „Ist jetzt verbessert worden“.

Gott sei Dank ist es bei realen Objekten nicht möglich, einfach mal so — weil der Gedanke in den Kopf irgendeines introvertierten Weltverbesserers im Hause des Herstellers eingedrungen ist — die Welt von einem geheimnisvollen Steuerpult aus zu ändern.

Ganz anders im Internet. Google hat die Websuche geändert und eine Spalte mit Optionen hinzugefügt, damit man wählen kann, ob man alles sucht (was sonst?) und in welcher Sprache (wobei man ja in den Ergebnissen sieht, ob man den Text lesen kann). Vielleicht für einige Benutzer ein nettes Gimmick, brauche ich aber nicht — und vielmehr: mich stört’s. Kein Problem, habe ich gedacht, diese Option schalte ich einfach aus.

Doch das geht offensichtlich nicht. Siehe Geschäftsbedingungen von Google: „Unsere Services werden von uns permanent verändert und verbessert. Wenn Sie Angst vor Veränderung haben, dann sind Sie bei uns falsch.“ Aha. Vielleicht bin ich nicht auf dem Niveau von Google, denn Niveau sieht von unten betrachtet immer wie Arroganz aus.

Aber „geht nicht, gibt’s nicht“.

Firefox-Benutzer speichern einfach eine Datei „userContent.css“ unter ihrem Nutzerprofil (z. B.
"Dokumente und Einstellungen\<Benutzer>\Anwendungsdaten\Mozilla\Firefox\Profiles\<xxx>.default\chrome\userContent.css",
die folgende Zeilen enthält:

@-moz-document domain("www.google.de") {
#center_col, #foot {margin-left: 0px !important;}
.ws{display:none !important;}
#tbbc {display:none !important;}
#leftnav {display:none !important;}
}

… und lebe wohl, Zwangsbeglückung.

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- schrieb 27 Beiträge im Cirquent Blog.

Management Consultant bei Cirquent - Klaus Eicheler beschäftigte sich schon zu seiner Schulzeit mit Computern und kennt das Internet ab der Version Web 0.2 – seit 1987 per E-Mail erreichbar. Er ist Ingenieur und Betriebswirt, Kybernetiker und Mensaner – immer neugierig und auf der Suche nach des Pudels Kern. Seine privaten Interessen: Familie, Literatur, Pfadfinder und Musik wirken ideengebend für seine Arbeit. Wie kann es auch bei einem Kybernetiker anders sein.

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