Chitty Chitty Bang Bang! Ein Trostpflaster mit garantierter Wirkung für meinen Bruder und mich, wenn wir auf dem Weg in den Urlaub im Stau standen und auf dem Rücksitz schwitzten – ob am Brenner oder irgendwo auf der Umgehung von Paris. Während sich Mutter und Vater zankten über den besten Weg aus der Stau-Misere, versanken wir Kinder in der Erzählung, in der es um ein fliegendes Auto geht, das nebenbei auch noch schwimmen kann. Außerdem um einen Picknickkorb voller Leckereien, einen verrückten Vater, eine unternehmungslustige und wunderschöne Mutter (ok, es war “nur” die Geliebte mit dem klasse Namen Truly Scrumptious) , gemeine Gangster und sogar Süßigkeiten. Je mehr das Buch auseinanderfiel, desto mehr liebten wir es. Einfach abheben, wenn es auf der Erde Probleme gibt! Wer wünscht sich das nicht?

Einfach abheben, wenn es am Boden zu heiß wird
Und natürlich kommen die Bösen nicht durch mit ihren miesen Machenschaften. Klar gab es auch noch Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt, das einige Jahre später erschien als Chitty Chitty Bang Bang. Aber irgendwie standen wir mehr auf die freche Kindererzählung von Ian Fleming, der mit seinem Helden James Bond weltberühmt wurde. Einige Jahrzehnte, viele Staus und so manche zerplatzte Kinderträume später lese ich: In den USA soll bald ein flugtaugliches Auto in Serienproduktion gehen. Hat die Welt darauf gewartet? Ob Kinder heute noch von so etwas begeistert sind? Selbst wenn: Eine ganze Familie passt leider nicht rein in den “Transition”: “Der Stauraum bietet nur Platz für etwas Handgepäck und – standesgemäß – ein paar Golfschläger”, steht zu lesen. Jeder erfüllte Wunsch ist auch ein zerstörter Traum, hat eine deutsche Dichterin mal gesagt…







Mo, Aug 2, 2010
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